Olympiasiegerin Fanny Rinne vor ihrer wahrscheinlich letzten WM
Mannheim - Stadtmarketing erhält Auszeichnung
Fanny Rinne wirbelt MHC durcheinander
Exzellente Niederlage
Hockey-Damen mit Maximalausbeute ins EM-Halbfinale
Geistig abwesend
Golden Girls kämpfen nur um Bronze
Hockey-Damen müssen «Chinesische Mauer» überwinden
Der Sieg entsteht im Kopf
Lehrreiche Klatsche
Fanny Rinne (HDM) genomineerd
Europacup der Landesmeister 2007 in Baku
Ab nach Berlin - der Bauch entscheidet
Großer Erfolg für DHB-Damen
Player of the year 05?
Play!
Tuchfühlung mit Gold aus Athen
Goldmedaille wandert von Hand zu Hand
Vorfreude auf die "Gold-Mädchen"
Gold-Fanny greift nach Hallentitel und wartet auf den Heiratsantrag
Überraschung gelungen - „Sportler des Jahres“ perplex
Ein Meeting mit Olympiasiegern
Optimale Schnelligkeit das Ziel
Olympisches Gold
Olympiasiegerin Fanny Rinne vor ihrer wahrscheinlich letzten WM

"Es freut mich riesig, mit dabei zu sein"

30.08.2010 © sportschau.de, Wulf Wilde

Fanny Rinne hat so ziemlich alles gewonnen, was es im internationalen Hockey zu gewinnen gibt. Sie war Olympiasiegerin 2004, Champions-Trophy-Siegerin 2006 und Europameisterin 2007, hinzukommen der Weltmeister- und der Europameister-Titel in der Halle. Nur eine Medaille durfte sich Rinne noch nicht umhängen: WM-Gold im Feldhockey.

Fanny Rinne, steuernde Hand
Fanny Rinne, steuernde Hand 

Die Weltmeisterschaft im argentinischen Rosario ist daher für die 30-jährige Kapitänin der deutschen Frauen-Nationalmannschaft wahrscheinlich die letzte Chance, ihre Karriere mit dem letzten noch fehlenden großen Titel zu krönen. Unter Druck setzt sich die 1,78 Meter große Mittelfeldspielerin bei ihrer dritten WM-Teilnahme deshalb nicht. "Ich würde natürlich gerne Weltmeisterin werden. Ich sehe uns aber nicht in der Favoritenrolle", sagt Rinne, die sich vor allem "riesig freut", überhaupt in Argentinien mit dabei sein zu können.

Wegen einer verschleppten Nierenentzündung war die WM-Teilnahme der Mannheimerin lange Zeit fraglich. Nach einem neuntägigen Krankenhausaufenthalt musste Rinne sieben Wochen lang pausieren, erst knapp fünf Wochen vor WM-Beginn konnte sie wieder mit dem Training beginnen. "Es war sogar nahe dran, dass man mir die Niere rausgenommen hätte. Wenn das passiert wäre, hätte ich jetzt nicht mitfliegen können", erzählt Rinne. "Jetzt ist es um so schöner, dass ich beim sportlichen Höhepunkt mitmachen kann. Und darum bin ich um so motivierter."

Im deutschen Team nicht zu ersetzen

Auch Bundestrainer Michael Behrmann ist froh, dass seine Spielmacherin rechtzeitig wieder gesund geworden ist. "Als unsere Kapitänin ist sie eigentlich nicht zu ersetzen", weiß der Bundestrainer. Zwar sei Rinne noch nicht ganz auf dem athletischen Niveau wie vor ihrer Krankheit, "aber sie ist unsere steuernde Hand im Mittelfeld und hat auch extrem viel Erfahrung", sagt Behrmann, der in Rosario ohnehin schon auf zwei Leistungsträgerinnen verzichten muss: Anke Kühn kann aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht an der WM teilnehmen, Jenny Plass muss verletzungsbedingt passen. Die schnellste Mittelfeldspielerin im DHB-Team hatte sich bei der Champions Trophy im Juli in Nottingham den Mittelfußbruch gebrochen.

"Natürlich hätten wir die beiden gerne dabei gehabt, weil sie auch individuell stark sind, aber das Team ist stark genug, um das auszugleichen", glaubt Rinne. Mut machen ihr und Bundestrainer Behrmann vor allem die beiden letzten Vorbereitungsspiele gegen die Niederlande Mitte August, bei denen Rinne erstmals nach ihrer Krankheit wieder auf dem Platz stand und im zweiten Spiel auch gleich zur zwischenzeitlichen 1:0 Führung traf. Am Ende mussten sich Rinne und Co. wie schon beim ersten Kräftemessen mit 1:2 geschlagen geben, dennoch glaubt Behrmann, dass sein Team gerade aus diesem zweiten Spiel sehr viel Selbstvertrauen mitgenommen hat.

Halbfinale als erstes Ziel

Fanny Rinne jubelt.
Fanny Rinne jubelt. 

"Das war ein sehr offenes Spiel. Und ich denke, von der Chancenverteilung her hätten wir das sogar gewinnen müssen", analysierte der 43-Jährige. "Das gibt uns die Zuversicht, dass wir nicht weit weg sind und eigentlich auf Augenhöhe mit den Besten mitspielen können. Aber wir müssen auf jeden Fall unsere Chancenverwertung verbessern." "Definitiv", stimmt Rinne ihrem Coach zu. "Dann können wir auch die Großen schlagen."

Um das von Behrmann vorgegebene Halbfinale überhaupt erreichen zu können, muss sich die deutsche Mannschaft in der Gruppenphase aber zunächst gegen die in der Weltrangliste schwächer eingestuften Teams aus Neuseeland (30.08.), Japan (01.09.) und Indien (03.09.) durchsetzen. In den letzten beiden Gruppenspielen gegen Titelverteidiger Niederlande (05.09.) und die ebenfalls starken Australierinnen (07.09.) geht es dann voraussichtlich um die ersten beiden Plätze in der Gruppe A, die zum Einzug in die Vorschlussrunde berechtigen.

Abschied auf Raten

"Die Niederlande, Australien oder wir – zwei von diesen drei Mannschaften kommen ins Halbfinale", glaubt Rinne, die aus der zweiten Gruppe Gastgeber Argentinien als Top-Favoriten auf den WM-Titel mit auf der Rechnung hat. "Unser Ziel ist es auf jeden Fall ins Halbfinale vorzustoßen und ich denke, dann ist auch wieder alles möglich. Das hat sich ja 2004 bei den olympischen Spielen gezeigt, da ist am Ende die Goldmedaille rausgekommen", macht Behrmann sich und seinem Team Mut. Für Rinne würde mit einer Medaille noch einmal ein Traum in Erfüllung gehen. "Aber dafür müssen wir schon sehr, sehr gut spielen und dürfen uns keinen Patzer erlauben", weiß die Goldmedaillen-Gewinnerin von Athen.

Wie es nach der WM mit ihrer Karriere weiter geht, kann Rinne dagegen noch nicht sagen. "Ich mache das jetzt schon so viele Jahre, irgendwann wird es schwierig, sowohl von der Motivation her, als auch körperlich, als auch bei den Prioritäten", so Rinne. Den Ausstieg aus dem aktiven Sport hat sie bereits vorbereitet. Im vergangenen Jahr ist Rinne vom niederländischen Erstligisten HDM Den Haag, bei dem sie zwei Jahre lang als Profi ihr Geld verdiente, zu ihrem Heimatverein TSV Mannheim zurückgekehrt. Neben dem Hockey arbeitet die studierte Sportwissenschaftlerin jetzt auch im Eventmanagement beim Stadtmarketing Mannheim.

Nach der WM gelten andere Prioritäten

"Ich gehöre als Spielerin ja eher zu den älteren Jahrgängen, deshalb war es mir wichtig, jetzt auch beruflich Fuß zu fassen", sagt Rinne. Im nächsten Jahr will sie in Sachen Hockey auf jeden Fall kürzer treten. "Ich werde definitiv nicht jeden Tag auf Hockey ausrichten und nicht jeden Lehrgang mitmachen", verrät die 30-Jährige. Den Hockey-Schläger komplett an den Nagel zu hängen, das kann sich Rinne aber noch nicht vorstellen. "Die olympischen Spiele 2012 in London sind nach wie vor in meinem Kopf." In den kommenden zwei Wochen wird sie sich aber erst einmal ganz auf die Weltmeisterschaft konzentrieren – ihre voraussichtlich letzte.

Mannheim - Stadtmarketing erhält Auszeichnung

21.07.2010 © Mannheimer Morgen

Mannheim / Metropolregion Rheinneckar - Stadtmarketing erhält die Auszeichnung als „Partnerbetrieb des Spitzensports“ - Win-Win-Situation mit Signalwirkung - Ein fester Arbeitsplatz und gleichzeitig Spitzensport? Hockey-Olympiasiegerin Fanny Rinne fährt seit einigen Monaten zweigleisig – möglich macht das die intensive Unterstützung durch ihren neuen Arbeitgeber, die Stadtmarketing Mannheim GmbH, bei der die 30-jährige Athletin vom TSV Mannheim 1846 seit Januar 2010 beschäftigt ist. Eine klassische Win-Win-Situation, die dem Stadtmarketing neben einer hoch motivierten Mitarbeiterin jetzt auch vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium und dem Landessportverband Baden-Württemberg die Auszeichnung als „Partnerbetrieb des Spitzensports“ einbringt.

„Fanny Rinne ist als Mannheimerin eine ideale und engagierte Botschafterin Mannheims. Als Spitzensportlerin bringt sie Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit und eine sehr hohe Motivation mit“, erklärt Stadtmarketing-Geschäftsführer Johann W. Wagner. Als Partner des Spitzensports gehe das Stadtmarketing mit gutem Beispiel voran. „Wir wollen andere Unternehmen zum Nachahmen animieren“, freut sich Wagner über die Auszeichnung.

Auch Fanny Rinne weiß die Zusammenarbeit zu schätzen: „Das Stadtmarketing Mannheim ermöglicht mir den Einstieg ins Berufleben und die Fortführung meiner sportlichen Tätigkeit, was in manch anderem Unternehmen nicht denkbar gewesen wäre. Durch die Unterstützung werden mir berufliche Perspektiven eröffnet, ohne dass ich meine sportlichen Ambitionen an den Nagel hängen muss.“ Durch Trainingslager und Wettkämpfe sei sie an bis zu 100 Tagen im Jahr unterwegs. „Weil ich aber flexibel arbeiten kann, ist das kein Problem“, so die studierte Sportwissenschaftlerin.

Das Stadtmarketing erhält die Auszeichnung „Partnerbetrieb des Spitzensports“ am 21. Juli. Die Feier, bei der eine Urkunde sowie ein Firmenschild überreicht werden, findet im Rahmen des Unternehmertages 2010 der Arbeitgeber Baden-Württemberg um 16 Uhr im Römerkastell Stuttgart Bad Cannstatt statt. Insgesamt werden 22 Partnerbetriebe ausgezeichnet, davon sieben Unternehmen des Olympiastützpunkts Rhein-Neckar.

Die Initiative „Partnerbetrieb des Spitzensports“ haben das baden-württembergische Wirtschaftsministerium und der Landessportverband Baden-Württemberg gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Sport und Verwaltung ins Leben gerufen. Mit ihr sollen Unternehmen motiviert werden, Spitzenathletinnen und -athleten einen leistungssportfreundlichen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre sportliche Karriere mit den Anforderungen in Ausbildung und Beruf besser in Einklang bringen können.

Fanny Rinne wirbelt MHC durcheinander

Hallenhockey: TSVMH vergoldet Derbysieg mit Erfolg beim Münchner SC / MHC-Trainer Andreas Höppner nach verpatztem Saisonauftakt von seinem Team enttäuscht

23.11.2009 © Mannheimer Morgen, Reiner Bohlander

Mannheim. Toller Saisonauftakt in der Hallenbundesliga für die Damen des TSV Mannheim Hockey. Das Team von Trainer Uli Weise gewann am Samstag vor 300 Zuschauern in der Irma-Röchling-Halle am Feudenheimer Neckarplatt das Derby beim Mannheimer HC überraschend deutlich mit 11:5 (7:1). Gestern besiegte die TSV-Auswahl dann vor eigenem Publikum in der heimischen J&M-Arena den Münchner SC mit 8:6 (4:4).

"Wir haben in der ersten Halbzeit sicher sehr gut gespielt", sagte Uli Weise nach dem beeindruckenden Derby-Erfolg. "Die Mannschaft war von Beginn an sehr konzentriert, hat in der ersten Hälfte ganz stark gespielt. Dieser Saisonbeginn hat mir gefallen", meinte der Coach.

MHC hält zu spät dagegen

"Meine Mannschaft hat zu brav gespielt", sagte indes ein enttäuschter MHC-Coach Andreas Höppner, der betonte: "Wir waren mit Ausnahme von Elena Willig und den Haase-Schwestern physisch kaum präsent. Wenn man in der Halle in dieser Liga eine gute Rolle spielen will, muss man von Anfang an dagegenhalten."

Anschauungsunterricht konnten sich die MHC-Damen bei Fanny Rinne nehmen. Die Nationalspielerin im Trikot des TSV war die überragende Akteurin auf dem Feld und leitete mit ihrem Treffer zum 1:0 in der 15. Minute auch den Kantersieg ein. Innerhalb von vier Minuten legten Laura Keibel (18., 22.) und Silvia Biehlmaier (24.) drei Tore nach. Der TSVMH führte mit 4:0. Das erste Tor für den Mannheimer HC durch Lydia Haase (23.) konterten Rinne und Co. mit drei weiteren Treffern noch vor der Pause. Die Nationalspielerin wirbelte weiter und verwertete eine Kurze Ecke (26.). Laura Keibel erhöhte im 60-Sekunden-Abstand auf 6:1 (27.) und 7:1 (28.). Die Partie war somit schon entschieden.

Fanny Rinne nach Torerfolg.
Fanny Rinne nach Torerfolg. 

Doch der MHC-Anhang schöpfte zu Beginn der zweiten Hälfte noch einmal Hoffnung. Nun klingelte es im Tor des TSVMH gleich dreimal innerhalb von 180 Sekunden: Elena Willig markierte das 2:7 (32.), ihre Schwester Sophia traf nach einer Kurzen Ecke zum 3:7 (34.), und erneut Elena Willig (36.) verkürzte ebenfalls nach einer erfolgreich verwandelten Strafecke den Rückstand auf drei Treffer. Ging da noch etwas? Nein. Denn Fanny Rinne machte mit einer Ecke das 8:4 (38.). Carmen Kindel legte zum 9:4 (40.) nach.

Der Widerstand der Heimmannschaft erlosch. "Wir hatten nach der Pause einen leichten Hänger, aber die Mannschaft ist schnell wieder auf Touren gekommen", meinte Weise. Am Ende krönte Rinne eine starke Leistung mit dem vierten Tor zum 10:4 (51.), Silvia Biehlmaier erhöhte noch auf 11:4 (53.), bevor Sophia Willig nach einer Kurzen Ecke zum 5:11-Endstand aus Sicht des überforderten MHC traf. "Nach solch einer ersten Halbzeit kann man so eine Partie eigentlich kaum noch drehen", klagte Höppner.

Gestern vergoldeten die TSV-Damen ihren Derbysieg mit einem 8:6 über den Münchner SC. "München hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Wir mussten hart kämpfen", gab Weise zu. Rinne war mit vier Treffern wieder beste Mannheimer Torschützin. München führte mit 4:3, bevor der TSVMH im zweiten Durchgang mit dem 7:5 für die Vorentscheidung sorgte.

Unterdessen kassierte der MHC die nächste Niederlage. Die Mannheimerinnen verloren beim Nürnberger HC mit 2:6 (1:2). "Das war eine katastrophale Leistung meiner Mannschaft", war Coach Höppner bedient und ergänzte: "Eigentlich hätten wir hier punkten müssen. Aber die Spielerinnen haben überhaupt nicht auf das gehört, was ich gesagt habe."

Exzellente Niederlage

31.08.09 © taz, Ronald Reng

Die deutschen Frauen zeigen im Finale gegen die Niederländerinnen eines ihrer besten Spiele und müssen sich dem Favoriten dennoch 2:3 geschlagen geben.

Sieger sind schlampig. Wo sie gerade standen, ließen die Niederländerinnen ihre Hockeyschläger einfach fallen. Und ein farbkräftiges Stillleben entstand: jubelnde orange Frauen neben wahllos herumliegenden Schlägern auf grünem Kunstrasen. Die Verlierer flüchteten sich in die Ordnung. Froh, etwas zu tun zu haben, so tun zu können, als gehe wenigstens etwas in geregelten Bahnen weiter, schlichen die deutschen Nationalspielerinnen am Samstag nach ihrer 2:3-Niederlage im Europameisterschaftsfinale in Amsterdam zur Ersatzbank und verstauten brav ihre Schläger im Sack. Und niemand wusste, dass ihnen der wahre Frevel erst bevorstand.

Die Niederländerinnen klauten ihnen die Musik. Als die Goldmedaillen an holländischen Hälsen baumelten, erklang zur Feier ein Lied, dessen Melodie die Deutschen doch gut kannten. Zu dem Sound hatten sie doch oft gefeiert; nur um dann zu erkennen, dass dies eine dreiste Cover-Version von "Viva Colonia" war, der Nationalhymne der Lustigen Republik Köln: "Dat is prima - Viva Hollandia!" Die Deutschen versuchten, auch dazu zu lächeln; sie hatten doch allen Grund, zufrieden zu sein, sagten sie sich, und in kurzen Momenten gelang es ihnen, sich selbst zu glauben.

Sie machten das Spiel ihres Jahres im EM-Finale. Präzise, gewagt, gelegentlich gar elektrisch in ihren Angriffen, stabil in der Abwehr, forderten sie den nun siebenmaligen Europameister und amtierenden Olympiasieger Niederlande heraus. "Da bleibt eine Riesengenugtuung", sagte Abwehrchefin Tina Bachmann. Bundestrainer Michael Behrmann war sich nicht so sicher. "In zwei Stunden fange ich vermutlich an, mich wahnsinnig zu ärgern, dass wir trotzdem verloren haben."

Aus diesem Gefühlschaos kamen sie nicht mehr heraus. Siege über die Niederlande wie 2007, als deutsche Frauen das einzige Mal Europameisterinnen wurden, waren immer eine Seltenheit, von daher ist Rang zwei nüchtern betrachtet kein Platz zum Ärgern. Doch dies sind die hohen Jahre des deutschen Frauenhockeys, seit ihrem Olympiasieg 2004 haben sie sich in der Weltspitze eingenistet, und auch mit einem Blick für die ganze Epoche ließ einen diese exzellent herausgespielte Niederlage im Zwiespalt. Tina Bachmann fand es eine Pracht, "wenn du im wichtigsten Spiel des Jahres deine beste Leistung abrufst". Trainer Behrmann dagegen fragte sich, "warum wir nicht öfters so eine Leistung bringen. Unsere einzige Konstanz diese Saison war die Inkonstanz."

Tatsächlich hat diese EM die Deutschen als eine Elf im Licht der Dämmerung porträtiert. Und man weiß nicht recht, geht da gerade ein Tag zu Ende oder beginnt doch ein neuer Morgen? Vom Finale abgesehen, spielten sie die gesamte Saison wie ein Team, dessen pralles Potenzial nicht zu übersehen ist, das es aber nie ausschöpft. Es ist das klassische Syndrom einer Klasseelf im Jahr nach Olympia, nach dem Höhepunkt, wenn es im Spiel hier zwickt und dort noch nicht richtig sitzt. Dabei wurde ein radikaler Umbruch nach Olympia 2008 vermieden, das Gerüst des Teams mit Tina Bachmann, Fanny Rinne oder Maike Stöckel blieb. Doch Behrmann sieht nicht zu Unrecht die Gefahr, dass das Zwicken das Symptom eines Teams in seinen späten Jahren ist und er auf dem Weg zu Olympia 2012 noch einige Säulen wie Kapitän Fanny Rinne, 29, oder Natascha Keller, 32, verlieren wird. Da einen fließenden Übergang zu einer neuen Elf zu moderieren, ohne an Klasse zu verlieren, ist eine Herausforderung. Das EM-Finale hat Behrmann nach einem Jahr, "wo wir zu oft zu schlecht spielten", doch noch illustriert, wie es weitergehen kann. Stürmerin Stöckel, die ein Jahr lang nicht so recht wusste, wohin mit dem Leben, und sich nun mit fünf Toren als drittbeste Schützin des Turniers etablierte, wie die dynamische Janne Müller-Wieland, 22, personifizierten diese Hoffnungen. Er sei stolz, sagte Trainer Behrmann, doch war der Ärger schon wieder größer: "Ein Tor wie eine dreckige Murmel" sei das 2:3 gewesen. "Lulli-Tore" nannte Bachmann alle drei Gegentreffer, als sie den Ball im eigenen Schusskreis schon sicher hatten und jedes Mal wieder verloren.

Im Festzelt lief nun schon wieder "Viva Hollandia!". Die Niederländerinnen tanzten eine Polonaise dazu. Die Deutschen saßen draußen vor der Tür. Noch in Wettkampfkleidung, versuchten sie tapfer die frische Abendluft und kalte Enttäuschung zu ignorieren. Die Silbermedaillen baumelten vor ihren Bäuchen, aber den einzigen Trost für Verlierer hielten Lina Geyer und Jennifer Plass in den Händen: eine Tüte Pommes frites.


Hockey-Damen mit Maximalausbeute ins EM-Halbfinale

25.08.09 © Focus online, sid

Die deutsche Hockey-Nationalmannschaft der Damen hat das Halbfinale der EM ohne Niederlage erreicht. Nach dem 4:0 gegen Schottland wartet nun England.

Nicht geglänzt, aber auch nichts mehr anbrennen lassen: Die deutschen Hockeyfrauen haben ihr letztes Gruppenspiel bei der Europameisterschaft in Amsterdam im Schongang mit 4:0 (1:0) gegen Schottland gewonnen und sind verlustpunktfrei mit neun Zählern ins Halbfinale eingezogen. Eileen Hoffmann (3.), Mannschaftsführerin Fanny Rinne (42.) und Janine Beermann (62., 68. ) schossen die Tore für den Titelverteidiger, dessen Einzug in die Vorschlussrunde bereits nach den beiden Auftaktsiegen am Wochenende gegen Irland und Spanien feststand.

Bundestrainer Michael Behrmann konnte sich so über den ersten Platz in der Vorrundengruppe B freuen. Dadurch hat sein Team im Halbfinale am Donnerstag (19.00 Uhr) ein Treffen mit Topfavorit Niederlande vermieden, der ebenfalls alle drei Partien gewann und beim 9:0 gegen Russland seine Titelansprüche eindrucksvoll untermauerte.

"Wir haben unsere Pflicht erfüllt", sagte Behrmann, "es war ganz ok, dafür, dass es eigentlich um nichts mehr ging." Halbfinalgegner ist England, das durch ein 4:1 gegen den krassen Außenseiter Aserbaidschan den Halbfinal-Einzug sicherte.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht"

"Gegen England haben wir schon oft in diesem Jahr gespielt, wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind jetzt heiß darauf, ins Finale zu kommen", sagte der Hamburger. Dabei strahlt er bereits großen Optimismus aus: "Die Engländerinnen sind technisch besser als Schottland. Das ist eine junge Mannschaft, die für London 2012 aufgebaut wird. Aber sie sind schlagbar und wir werden das auch schaffen."

Vor den Augen des deutschen Herrenteams, das am Mittwoch (15.30 Uhr) einen Punkt im letzten Vorrundenspiel gegen Österreich benötigt um den Damen ins Halbfinale zu folgen, gelang mit dem schnellen Tor durch die Neu-Hamburgerin Hoffmann im Anschluss an eine Strafecke ein Blitzstart. Danach aber gab es einen kleinen Bruch. Die Mannschaft war zwar ständig feldüberlegen, vor dem Tor war sie aber zunächst nicht entschlossen und durchsetzungsfähig genug. "Da gab es eine Phase Ende der ersten Halbzeit, in der die Spannung nachgelassen hat", monierte der Trainer.

Das änderte sich dann im zweiten Durchgang wieder. Souverän spulte Deutschland schließlich das Spiel runter, die Treffer von Rinne durch eine Strafecke und Beermann, deren zweitem Tor ebenfalls eine Ecke vorausging sorgten schließlich auch noch in der Höhe für ein standesgemäßes Ergebnis und bei Behrmann für Zufriedenheit: "Es war sehr gut, dass wir die eine oder andere Ecke verwandelt haben. Da wurden die richtigen Entscheidungen getroffen."

Geistig abwesend

22.08.08 © Kölnische Rundschau, Jens Marx

Nach dem Schampus zum Gold-Coup von Athen flossen in Peking bei den deutschen Hockey-Damen Tränen der Enttäuschung. Statt wenigstens mit der Bronzemedaille um den Hals stehen die Siegerinnen von 2004 in Peking mit leeren Händen da.

HOCKEY - „Man merkt jetzt, dass der vierte Platz der bitterste überhaupt ist“, schluchzte Natascha Keller nach dem mit 1:3 (0:2) verlorenen „kleinen Finale“ gestern gegen Argentinien.
Es dauerte eine ganze Weile, bis die deutschen Spielerinnen überhaupt in der Lage waren, ihre Trauer und ihren Frust in Worte zu fassen. Minutenlang hatten einige auf dem Feld des Olympic Green Hockey Stadiums gekauert und versteckten ihre traurigen Gesichter hinter den Händen oder Handtüchern, die sie sich über den Kopf stülpten.
Allerdings hatten sie sich die Niederlage selbst zuzuschreiben. Sie verschliefen die erste Spielhälfte komplett. Claudia Burkart (11. / Strafecke) und Carla Rebecchi (22.) sorgten für die Pausen-Führung der „Las Leonas“. „Das war die schlechteste Halbzeit in diesem Turnier von uns. Eine Katastrophe“, sagte Trainer Michael Behrmann. Erst der emotionale Appell von Co-Trainer Markus Lonnes in der Pause riss die deutschen Frauen aus ihrer Lethargie. „Er hat gesagt, dass er traurig sei, uns so zu sehen und daran denke, was wir in den vergangenen zwei Jahren zusammen aufgebaut haben und dass wir es jetzt nicht auf die Reihe kriegen“, erzählte Natascha Keller.
Er schöpfte noch einmal Hoffnung, als Anke Kühn in der 45. Minute den Anschlusstreffer erzielte. Noel Barrionnuevo (63.) zerstörte dann aber nach einem Konter die Träume von der vierten Medaille deutscher Hockey-Damen nach Silber 1984 und 1992 sowie dem Gold-Triumph vor vier Jahren.
Den Olympiasieg sicherten sich die Niederländerinnen. Die Athen-Zweiten schlugen Deutschlands Halbfinal-Bezwinger China im Finale mit 2:0. (dpa)

Golden Girls kämpfen nur um Bronze

20.08.08 © Bild.de

Titelverteidigung der Golden Girls geplatzt!

Unsere Hockey-Mädels scheiterten im Halbfinale 2:3 (1:1) an China – trotz zweimaliger Führung von Natascha Keller (4.) und Janine Beermann (36.).
Torfrau Kristina Reynolds war es zu verdanken, dass es bis zum 2:3 (63.) offen blieb. Dabei hockte Reynolds in der Nacht zuvor mit einer Lebensmittelvergiftung auf der Toilette.
Reynolds kritisiert: „Wir haben zu früh unser System über Bord geworfen. Ich verstehe das nicht.“ Darf morgen im Spiel um Bronze gegen Argentinien (2:5 gegen Holland) nicht wieder passieren.

Hockey-Damen müssen «Chinesische Mauer» überwinden

19.08.08 © Süddeutsche Zeitung

Peking (dpa) - Die Kulisse fast komplett gegen sich, eine ganze Nation als Gegner: Auf dem Weg zum Olympia-Gold müssen die deutschen Hockey-Damen eine «chinesische Mauer» bezwingen.

Vier Jahre nach dem mitreißenden und nervenzerrenden Zittersieg im Siebenmeterschießen gegen China wollen die Olympiasiegerinnen von Athen über den Gastgeber in das Endspiel einziehen. Die Aussicht auf ein Halbfinale in brodelnder Atmosphäre kann Angreiferin Maike Stöckel nicht schrecken: «Das wird cool und richtig laut.»
Die Hockey-Damen von Trainer Michael Behrmann strotzen vor Selbstvertrauen. Auch Spielführerin Marion Rodewald, Verbliebene aus dem als «Wundertüten» verschrienen Gold-Team von Athen, ist vor der Partie nicht bange: «Wir werden den Chinesinnen gerade vor deren Publikum nichts schenken. Das zeichnet unsere Mannschaft aus: Dass sie selbstbewusst, konstant und mutig spielt.»
Die Vorzeichen für die Europameisterinnen stehen gut: Bei der Champions Trophy im Mai in Mönchengladbach gewannen sie gegen China 2:0. «Wir wissen also, wie es geht», kommentierte Behrmann gelassen. Allerdings haben diesmal die Chinesinnen Hausrecht. Schon bei den Vorrundenpartien standen die Zuschauer wie eine Wand hinter ihren Spielerinnen.
In einer der letzten Testpartien vor den Spielen hatten die deutschen Damen noch mit 1:3 den Kürzeren gezogen. Doch das kann den Optimismus von Stephan Abel, Präsident des Deutschen Hockey-Bundes (DHB), nicht schmälern: «Alle haben Respekt vor uns, weil sie wissen, dass wir gewinnen, wenn es drauf ankommt.»
Sechs Spielerinnen von Athen sind noch dabei. Anke Kühn, die mit ihrem Treffer zum 2:1-Endstand im Endspiel über die Niederlande die Hockey-Sensation und das erste deutsche Damen-Gold besiegelte, ist eine davon. «Wir versuchen, mit unserer Erfahrung die Mannschaft mitzuziehen. Als wir hier hingefahren sind, haben wir nicht den Druck gespürt, die Goldmedaille verteidigen zu müssen. Wir sind superglücklich in der Situation, in der wir uns befinden», sagte Rodewald vor dem neuerlichen Duell mit China zur «High-Noon-Zeit» im heimischen Deutschland.
Sollte die DHB-Auswahl wieder ins Finale einziehen und drei Stunden später die erfolgshungrigen Holländerinnen die «Löwinnen» aus Argentinien zähmen, käme es sogar zur Neuauflage des Athen-Finales. Viel wird auf Torhüterin Kristina Reynolds ankommen. Die Hamburgerin brillierte bei ihren ersten Olympischen Spielen schon mit bravourösen Paraden. Klappen sollten auch wieder die Strafecken: In den ersten drei Partien mit einer Quote von 10:6 eine der entscheidenden Stärken, konnten Fanny Rinne & Co in den folgenden beiden Partien keine mehr nutzen.

Der Sieg entsteht im Kopf

25.07.08 © Süddeutsche Zeitung Magazin, asics

Die Hockeyspielerin Fanny Rinne brachte 2004 von den Olympischen Spielen in Athen eine Goldmedaille mit nach Hause. Ein Erfolg, den die 28-Jährige in diesem Jahr gerne wiederholen würde. Ob das gelingt, hängt laut Rinne jedoch nicht nur von körperlicher Fitness, Taktik und Technik ab, sondern auch von der Dynamik innerhalb des Teams.

„Olympia – das ist, was die Atmosphäre anbetrifft, der Wahnsinn: Das Olympische Dorf mit Sportlern aus aller Welt, die Stimmung auf den Straßen des Gastgeberlands und all die Medienaufmerksamkeit – für Sportler kann es nichts Größeres geben, aber eben auch kaum etwas Schwierigeres. Einerseits möchte man möglichst viel von dem Flair mitnehmen, um daraus Motivation zu ziehen. Andererseits muss man aber mit den Gedanken konzentriert und ruhig bei seinem Wettkampf bleiben, ganz egal, was um einen herum geschieht. Das ist gerade bei uns Hockeyspielern wichtig, denn unser Turnier zieht sich fast über den gesamten Zeitraum der Spiele hin. Die Konzentration darf nicht nachlassen, egal was kommt. 2004 hat in dieser Beziehung bei uns alles gestimmt, und das, obwohl wir in den Monaten vor Olympia nicht besonders gut gespielt hatten und wir in der Vorrunde fast gescheitert wären. Rückblickend glaube ich, dass die schlechte Ausgangssituation sogar ein Element der Positivdynamik war, die uns bis zur Goldmedaille getragen hat: Niemand hatte uns den Erfolg zugetraut – auch wir selbst nicht. Als wir vor dem Turnier über unsere Ziele gesprochen haben, waren wir uns einig, dass eine Medaille eher ein Traum ist als ein greifbares Ziel. Doch spätestens als wir im Halbfinale standen, spürten wir, dass in uns als Team eine Kraft schlummert, die viel größer ist als die Summe der Leistungen der einzelnen Spielerinnen. Zwischen uns floss Energie. Man musste nur eine Teamkollegin ansehen und das Glitzern in ihren Augen hat einen angesteckt. Es gab keine Versagensangst mehr, sondern nur das Gefühl, dass wir etwas Großes schaffen können. Technisch und taktisch gesehen haben in Athen wahrscheinlich drei oder vier Mannschaften besser gespielt, aber wir haben durch Einsatz gewonnen, durch Wille und Zusammenhalt. Wie so ein Teamgeist entsteht, bleibt ein großes Geheimnis. Ich habe mich in meinem Sportstudium intensiv mit mentalem Training befasst und damit, was man im Hockey tun kann, um eine positive Gruppendynamik zu erzeugen. Entspannungstechniken sind wichtig – und gemeinsame Motivationsgespräche. Ein Patentrezept, mit dem man dieses ansteckende Olympia-Glitzern in den Augen produzieren kann, habe ich aber nicht gefunden. Leider. So oder so: Ich freue mich auf Peking und habe auch nicht das Gefühl, dass wir nun, als Titelverteidigerinnen, unter einem unguten Druck stehen. Wir sind ein neues Team, mit vielen jungen Spielerinnen, die das letzte Mal noch gar nicht dabei waren. Insofern fliegen wir zu den Olympischen Spielen nach China, um ganz neu anzugreifen – und nicht um irgendetwas zu verteidigen.

Lehrreiche Klatsche

26.05.08 © Rheinische Post, Thomas Grulke

(RP) Fanny Rinne verlor zwar mit den deutschen Hockey-Damen das Finale der Champions Trophy im Gladbacher Hockey-Park gegen Argentinien deutlich 2:6, zog aber mit Blick Richtung Olympia ein positives Fazit.

Hockey. Fanny Rinne hatte den Ausgleich auf dem Schläger. Eine Kurze Ecke Tina Bachmanns fälschte die 28-Jährige Richtung Tor ab. Die argentinische Torhüterin war bereits geschlagen. Der Ball ging jedoch knapp vorbei. „Das war schwerer, als ihn reinzumachen“, ärgerte sich Rinne. Kurz darauf erhöhte Argentinien auf 3:1 und das Endspiel der Champions Trophy nahm seinen einseitigen Lauf.

„So hoch zu verlieren sorgt natürlich im ersten Moment für ein Debakel-Gefühl. Schade, denn wir wollten den vielen Fans etwas bieten“, sagte die Mittelfeldspielerin zur 2:6 (1:3)-Niederlage gegen die Südamerikanerinnen. Die Sportsoldatin ist eine der wenigen deutschen Spielerinnen, die sich überhaupt an große Zuschauerzahlen bei einem Länderspiel im eigenen Land erinnern kann: „Die Hallen-Weltmeisterschaft in Leipzig 2003 und die Europameisterschaft 1999 in Köln waren auch tolle Erlebnisse. Doch ob es schon einmal so viele Fans waren?“ Entsprechend bitter empfanden die Spielerinnen die deutliche Abfuhr vor 5500 Besuchern im Gladbacher Hockey-Park.

In einer furiosen Anfangsphase hielt die deutsche Elf zunächst gut mit. Janine Beermann, deren Treffer gegen China zum Tor des Turniers gewählt wurde, glich die schnelle Führung der Argentinierinnen postwendend aus. Doch ebenso so schnell lag der Gastgeber erneut zurück. „Wir waren heute nicht grundsätzlich, aber in den entscheidenden Momenten schlecht“, erklärte Rinne. Dazu gehörte auch das 1:4 gleich nach der Pause. „Das war natürlich hart und absolut vermeidbar. In dieser Höhe hätten wir die Niederlage nicht zulassen dürfen“, resümierte die 228-malige Nationalspielerin, die insgesamt jedoch ein positives Fazit zog: „Wir haben hier eine gute Rolle gespielt, und insbesondere die jüngeren Spielerinnen haben wichtige Erfahrungen für die Olympischen Spiele gesammelt.“

Rinne, die Bundestrainer Michael Behrmann „als technisch brilliante Spielerin und unser Denker und Lenker im Mittelfeld“ bezeichnet, ist eine von nur noch sechs Spielerinnen, die vor vier Jahren in Athen sensationell die Goldmedaille gewannen. „Wir gehören jetzt sicher eher zu den Favoriten als damals. Doch ich sehe das nicht als Belastung. Es ist ein schönes Gefühl“, sagte Rinne. Vier Jahre seien im Mannschaftssport eine lange Zeit, aber das heutige Team könne man qualitativ durchaus mit den Gold-Mädels vergleichen. Entsprechend lautet ihr Ziel: „Wir wollen wieder vorne mitmischen.“ Für die nächsten zwei Wochen hat Behrmann jedoch Ferien für Kopf und Körper verordnet. Und auch Fanny Rinne wird in dieser Zeit keinen Hockeyschläger anpacken.

Fanny Rinne (HDM) genomineerd

11.11.2007 © www.ad.nl Den Haag Sport

Hockey

Den Haag - HDM-speelster Fanny Rinne is door de internationale hockeyfederatie (FIH) genomineerd voor de uitverkiezing speelster van het jaar. De Duits international werd in augustus met haar land Europees kampioen in Manchester. Andere genomineerden zijn Marilyn Agliotti (Nederland),Luciana Aymar (Argentinië), Minke Booij (Nederland), Kaori Chiba (Japan), Peta Gallagher (Australië), Amy Tran (USA) en Yibo Ma (China).

Europacup der Landesmeister 2007 in Baku

29.05.07 © dha.online.de

Spiel um Platz 3: Atasport Baku - Berliner HC 4:6 (2:2, 2:1) nach 7m-Schießen

BHC-Damen gewinnen „kleines Finale“ und beenden Europacup wie im Vorjahr als Dritter / Zwei Rinne-Tore in regulärer Spielzeit

Mit der Bronzemedaille kehrt der deutsche Feldmeister Berliner HC vom Damen-Europapokal der Landesmeister 2007 zurück. Im Spiel um Platz 3 gewann die Mannschaft von Trainer Safi Khalil gegen den Endrundengastgeber Atasport Baku (Aserbaidschan) mit 6:4 (2:2, 2:2, 1:2) Toren nach Siebenmeterschießen. Bei der gleichen Begegnung im Vorjahr hatte Berlin das „kleine Finale“ ebenso nach Siebenmeterschießen gegen Atasport gewinnen können. „Wir wollten mehr, sind aber angesichts der Umstände jetzt sehr zufrieden mit Platz 3“, formulierte es BHC-Teammanager Horsrt Buhr.

Im Endspiel stehen sich am Nachmittag Titelverteidiger HC Den Bosch aus den Niederlanden und der englische Meister Leicester HC gegenüber, die beide ihre drei Gruppenspiele ohne ein einziges Gegentor gewinnen konnten. Der BHC war gegen Leicester mit 0:2 Toren in der entscheidenden Vorrundenpartie am Sonntag gescheitert.
Am Pfingstmontag erwischten die BHC-Damen trotz Gluthitze einen echten „Kaltstart“, wie Horst Buhr den 0:2-Rückstand bereits nach fünf Spielminuten beschrieb. Schon nach 58 Sekunden traf Baku zum ersten Mal, kurze Zeit darauf war die mit dem Nationalteam von Aserbaidschan praktisch identische Mannschaft von Atasport mit einer verwandelten Strafecke zum zweiten Mal erfolgreich. Der Deutsche Meister der Jahre 2005 und 2006 erholte sich dann von diesem Fehlstart und konnte schnell die Initiative übernehmen. Mitte der ersten Halbzeit gelang durch Fanny Rinne der Anschlusstreffer. Berlin drängte auch in der zweiten Hälfte, musste aber lange warten, ehe der inzwischen hochverdiente Ausgleich fiel. Vier Minuten vor Ende schaffte erneut Rinne, diesmal mit einer Strafecke, das 2:2. Bei diesem Resultat blieb es nach den regulären 70 Minuten als auch nach der 15-minütigen Verlängerung.
Im fälligen Siebenmeterschießen trafen für Berlin Svenja Schuermann, Fanny Rinne, Natascha Keller und Lea Loitsch. Da BHC-Torfrau Karoline Amm den zweiten und den vierten Versuch des Gegners parieren konnte, war beim Stand von 4:2 Schluss.
„Die Mannschaft hat sich unheimlich zusammengerissen und wollte das Spiel unbedingt gewinnen. Das war nach diesem Fehlstart und unglaublicher Hitze von 45 Grad auf dem Spielfeld alles andere als einfach. Jetzt gehen wir nach vier Hitzespielen auf dem Zahnfleisch, haben aber wenigstens eine Medaille“, so Buhr. Der Teammanager trauerte dem verpassten Finale gegen Seriensieger Den Bosch nach: „Wir haben gegen Leicester eine Superleistung hingelegt. Das war eines unserer besten Spiele seit langer Zeit. Leider sind wir nicht dafür belohnt worden. Die Engländerinnen hatten Riesenglück, dass wir einfach das Tor nicht getroffen haben.“

Tore:

1:0 Atasport (1.)
2:0 Atasport (KE, 5.)
2:1 Fanny Rinne (17.)
----------------
2:2 Fanny Rinne (66.)

7m-Schießen:
0:1 Svenja Schuermann
1:1 Atasport
1:2 Fanny Rinne
TW Karoline Amm hält
1:3 Natascha Keller
2:3 Atasport
2:4 Lea Loitsch
TW Karoline Amm hält

Strafecken:
Baku 7 (1 Tor) / BHC 5 (1 Tor)

Ab nach Berlin - der Bauch entscheidet

22.07.06 © Mannheimer Morgen, Ute Krebs

HOCKEY: Olympiasiegerin Fanny Rinne verlässt Mannheim

Vor Wochenfrist schrieb sie mit der Hockey-Nationalmannschaft Geschichte, als zum ersten Mal ein deutsches Damen-Team die Champions Trophy im niederländischen Amstelveen gewann. Den Siegtreffer zum 3:2 gegen China markierte die überragende Mannheimerin Fanny Rinne selbst. Nun nimmt die Olympiasiegerin Abschied von ihrer Heimatstadt - und dem TSV 1846, ihrem Stammverein, dem sie trotz unzähliger, attraktiver Offerten bis jetzt treu geblieben war. Die 26-jährige Spielmacherin wechselt zum deutschen Feldhockey-Meister Berliner HC.

"Die Entscheidung, Mannheim zu verlassen, ist mir natürlich nicht leicht gefallen", bestätigt die Hockeyspielerin des Jahres 2005. Und zunächst sei sie auch geknickt gewesen, besonders als sie ihr Vorhaben den Vereinskolleginnen mitteilen musste. Schließlich hat sie mit vielen bereits in der Jugend des TSV 1846 zusammengespielt. Nun verliert der Mannheimer Verein sein blondes Aushängeschild, müssen andere Spielerinnen auf dem Hockeyparkett und -feld die Verantwortung übernehmen. Die Rot-Weißen ohne Rinne - noch nicht vorstellbar. "Aber mein Weggang birgt für beide Seiten eine Chance", sagt die Ausnahme-Akteurin, bei der inzwischen die Traurigkeit der Vorfreude auf eine neue Herausforderung gewichen ist.

Bei der Krummstab-Spezialistin waren schon länger die Gedanken über eine sportliche Veränderung gereift. Dass der TSV 1846 zuletzt auf dem Feld den Abstieg in die zweite Liga nicht vermeiden konnte, bestimmte den Zeitpunkt. "Demnächst wäre es eh soweit gewesen", erklärt Fanny Rinne. "Manche machen einen Schnitt nach dem Abitur. Aber damals war meine Bindung an die Heimat noch enger und ich wohl auch ein Angsthase. Bei mir ist eben jetzt, nach Beendigung meines Studiums, die Zeit reif." Nächsten Donnerstag hat die Sport- und Pädagogikstudentin an der Universität in Heidelberg ihre letzte Prüfung, dann fehlt nur noch die Magisterarbeit zum Thema "Mentales Training im Hockey". "Die schreibe ich dann in der Hauptstadt", sagt Rinne.

Und warum der BHC? "Eine Bauchentscheidung", bekennt sie. Es gab auch andere Anfragen: Köln und Hamburg standen ebenfalls in der Schlange, Rüsselsheim dagegen nie zur Debatte. Wenn weg, dann richtig. Und schließlich hat neben dem Top-Klub auch die 3,5-Millionen-Metropole ihren Reiz. Nachdem ihr Entschluss feststand, klopfte sogar Alyson Annan an. Die Welthockeyspielerin 2000 hätte Rinne gerne nach Holland gelockt. "Eine große Ehre für mich", lächelt die Mittelfeldspielerin, die nun erstmal bis zu den Olympischen Spielen in Peking 2008 plant. "Danach ist alles offen."

Bevor der endgültige Umzug wohl erst im Oktober über die Bühne geht, steht im August neben einem Nationalmannschafts-Lehrgang in Köln eine Länderspielserie gegen England in Cannock auf dem Plan, im September schließen sich weitere Lehrgänge und Länderspiele in Madrid (Spanien und Holland) an. Vom 27. September bis zum 8. Oktober zählt das DHB-Team dann bei der Weltmeisterschaft in der spanischen Hauptstadt zum Favoritenkreis. "Eine Woche nach der WM geht's dann mit dem BHC bereits um Bundesligapunkte", berichtet Rinne. Eine Cousine wohnt zwar in Berlin, aber ansonsten kennt sie dort nur die Hockeyfamilie des BHC und muss sich erstmal einen neuen Bekanntenkreis suchen. Die alten Freunde in Mannheim wird Fanny Rinne allerdings ganz bestimmt nicht vergessen: "Ich bin ja nicht aus der Welt, und es gibt Telefon, E-Mail, Autos, Züge und Flugzeuge."

Großer Erfolg für DHB-Damen
Bild: imago
Bild: imago 

16.07.06 © T-online

Die deutschen Hockey-Damen haben zum ersten Mal die Champions Trophy gewonnen. Im Endspiel des prestigeträchtigen jährlichen Turniers der weltbesten sechs Teams schlug die deutsche Mannschaft trotz zweimaligen Rückstands China mit 3:2 (1:1). Matchwinnerin im niederländischen Amstelveen war Olympiasiegerin Fanny Rinne. 90 Sekunden vor dem Ende platzierte sie eine Strafecke unhaltbar zum 3:2-Siegtreffer im Tor der Chinesinnen. Hong Xia Li (9. Minute) hatte die Chinesinnen in Führung geschossen, ehe Fanny Rinne (11.) der Ausgleich gelang. Nach dem Wechsel war zunächst Yi Bo Ma (41.) erfolgreich, ehe Natascha Keller (43.) erneut ausgleichen konnte.

Player of the year 05?

1.12.2005 © DHB-Pressemitteilung

Fanny Rinne erneut für die Wahl zum “WorldHockey Player of the Year“ nominiert

Bereits die vierte Nominierung für die Wahl zur Welt-Hockeyspielerin


Deutschlands Spielmacherin Fanny Rinne (TSV Mannheim) wurde zum zweiten Mal in Folge unter die zehn Kandidaten für die Wahl zum „WorldHockey Women’s Player of the Year“ nominiert.
Die zurzeit aus Studiengründen in Canberra bei der Champions Trophy fehlende Mittelfeldspielerin wurde von der Jury, die aus mehreren internationalen Trainern besteht, für ihre herausragende Rolle beim Gewinn der Vize- Europameisterschaft im August in Dublin gewürdigt. Für Rinne ist es bereits die vierte Nominierung bei der Wahl zur Welt-Hockeyspielerin durch den Welt-Hockeyverband. Zweimal war sie für die Wahl zum „WorldHockey Young Player of the Year“ vorgeschlagen, 2004 und 2005 im Senior-Bereich für die Wahl zum „WorldHockey Women’s Player of the Year“.
Gewählt werden die Welt-Hockeyspielerin und die beste Nachwuchsspielerin der Welt von den Aktiven und Trainern der sechs teilnehmenden Nationen der aktuellen Champions Trophy in Australien. Unter den fünf Nominierten für die weltbeste Nachwuchsspielerin ist in diesem Jahr keine Deutsche. Die Gewinnerinnen werden am Sonntag, 4. Dezember, nach dem Finale in Canberra bekannt gegeben. Die bisher einzige Deutsche, die diese höchste internationale Auszeichnung für eine Hockeyspielerin gewinnen konnte, war die Berlinerin Natascha Keller 1999. Bei den Herren haben bereits Florian Kunz (2001) und Dr. Michael Green (2002) die Wahl zum Welt-Hockeyspieler gewonnen. Die Nominierungen für den „WorldHockey Men’s Player of the Year“ Award werden bei der Champions Trophy der Herren bekannt gegeben, die vom 10. bis 18. Dezember im indischen Chennai stattfindet.

Play!

20. August 2005 © TAZ, Ronald Reng

Fanny Rinne hat das deutsche Hockeyteam ins Halbfinale der Europameisterschaft geführt - spielerisch leicht

DUBLIN Zwei Minuten vor dem Spielende wirft sie ihren Hockeyschläger in die grüne Mülltonne, dass es scheppert. Die Abfalltonne steht direkt am Spielfeldrand, wer immer den Einfall hatte, sie aufzustellen, es war eine praktische Idee. Die Spielerinnen deponieren dort ihre Schläger, wenn sie ausgewechselt werden und auf den nächsten Einsatz ein paar Minuten später warten. Nun rumst es bei der EM in Dublin im Vorrundenspiel zwischen Deutschland und England in der Tonne, so dass man auf der Tribüne zusammenzuckt. Dann sieht man: Es war Fanny Rinne, und lehnt sich wieder entspannt zurück. Sie wird wieder einmal zu viel Energie gehabt haben.

Rinne spielt Hockey ohne theatralische Gesten, ohne laute Worte. Sie gehört wie der niederländische Fußballer Denis Bergkamp zu denen, die auf dem Spielfeld in ihrer Körpersprache mehr wie Musiker wirken: eingeschlossen in ihre Welt. Sie strahlen die Dominanz nicht aus. Sie haben sie. Solche Sportler sind selten. Mit 25, im siebten Jahr in der Nationalelf, ist Rinne, hochaufgeschossen, sanfte Züge, die Spielerin für die besonderen Momente. Bei dem Olympiasieg vor einem Jahr in Athen wurde es noch vertuscht, weil sie als dritte Innenverteidigerin in der Masse des Teams aufging. In Dublin ist sie als Spielmacherin zurück im Mittelfeld. Es ist eine Offenbarung: Sie schickt Pässe los, für die es Visionen braucht, und sie schießt auch noch die meisten Tore, sechs bis zum Halbfinale gegen Spanien, das bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet war. "Ich strecke meine Fühler in alle Richtungen des Spiels aus", sagt sie.

Sie ist ein Kassettenrekorder an diesem Abend im Hotel Montrose, ihrem Quartier in Dublin: Sie trägt ein T-Shirt mit den Play-Zeichen eines Rekorders auf der Brust, die Mannschaft hat sich diese Hemdchen für die EM machen lassen. Die Torfrauen haben Shirts mit dem Stop-Zeichen, den Trainern haben sie das Eject-Zeichen verpasst.

Selbst wie sie in Jeans und T-Shirt in der Hotellobby sitzt, ist es unverkennbar, dass sie zurzeit überragend spielt. Denn die Euphorie, das Glück erfolgreicher Sportler, hat ihr Gesicht in Besitz genommen. Der Olympiasieg glüht noch in ihr. Immer wieder wird sie gefragt, was denn Athen nun gebracht hat, und es ist erstaunlich, dass die meisten immer nur meinen: was es ihr finanziell gebracht hat. Nicht viel, in dieser Beziehung. Sie hat auch "kein Haus in der Karibik erwartet, ich kenne doch meine Sportart", sie spielt vor 200 Zuschauern in der Bundesliga, warum sollte sie gigantische Werbeverträge bekommen? Sie kann sich auch darüber freuen, dass an der Universität Mannheim, wo sie Sport studiert, ein paar Kommilitonen, die nur Fußball im Kopf haben, ihr gestanden: Das Hockeyfinale in Athen haben sogar sie sich angeschaut. Was Olympia ihr gegeben hat, ist ein Gefühl, aber für sie ist das größer, als die, die immer nur nach Geld fragen, je verstehen werden: Das Glück von Athen bringt sie in Dublin auf ein höheres Niveau. "Ich laufe nach den Bällen, weil ich weiß, was für ein Glücksgefühl am Ende eines Sieges stehen kann, weil ich es unbedingt wieder spüren will."

Der Rekorder springt auf Stop, Band zu Ende, nicht der auf ihrem T-Shirt, sondern der, der das Interview aufzeichnet. Soll er wieder auf Aufnahme gestellt werden, oder gehört das Folgende nicht in die Zeitung? "Schon in Ordnung", sagt sie und erzählt von der Trennung von ihrem Freund, der ihr Bundestrainer ist: Markus Weise. Es sei noch "immer etwas Besonderes, dass Markus da draußen steht", und besonders heißt wohl: nicht einfach. Aber ihr Umgang sei trotz Trennung der normale zwischen Trainer und Spielerin, wovon man sich beim 1:0-Sieg über England überzeugen konnte. "Fanny, warum schießt du die flach?", fluchte Weise nach einer vergebenen Strafecke. Rinne entgegnete: "Die war nicht flach", und spielte weiter ihr Spiel.

taz Nr. 7747 vom 20.8.2005, Seite 23, 129 Zeilen (TAZ-Bericht), RONALD RENG


Tuchfühlung mit Gold aus Athen

24. Mai 2005 ©Main Rheiner/Allgemeine Zeitung

Hockey-Olympiasiegerin Fanny Rinne besucht Fünftklässler des Gymnasiums am Römerkastell

Der Hockey-Nachwuchs des RöKa und sein großes Vorbild: Olympiasiegerin Fanny Rinne (Mitte) besuchte auf Initiative des Sportlehrers die Klasse 5f, berichtete aus ihrem Werdegang und gab eine Einführung in die Hockey-Grundtechniken.

red. ALZEY Hohen Besuch hatte die Klasse 5f des Röka in Alzey. Zu Gast im Sportunterricht von Lehrer Oldigs war Fanny Rinne, Spielerin der erfolgreichen Hockeynationalmannschaft von Athen 2004. Zustande kam der Besuch über eine Werbeaktion des Energieversorgers EWR, einem Sponsor von Fanny Rinne, an der sich der Sportlehrer beteiligt hatte und schließlich mit seiner Klasse unter zahlreichen Bewerbern ausgelost wurde.

Das beeindruckendste Erlebnis hatten die Schüler gleich zu Beginn der Doppelstunde, als die Goldmedaille von Athen reihum ging und jeder sie unter die Lupe nehmen konnte. Dazu erzählte die 25-Jährige von ihren Erlebnissen in Athen, ihren Hockeyanfängen als Sechsjährige und dem täglichen Training beim TSV Mannheim. Die Klasse stellte dabei etliche Fragen, und Fanny Rinne nahm sich Zeit und fand stets die passende Antwort. Nur als sie sämtliche Länder aufzählen sollte, in denen sie bereits gespielt hat, musste die Weitgereiste etwas länger überlegen, aber auch das meisterte sie schließlich.

Nun war für die Schüler die Zeit gekommen, um sich mit Autogrammen einzudecken. Obwohl die Olympiasiegerin genügend Autogrammkarten dabei hatte, wollten fast alle Schüler noch zusätzlich eines auf ihren Block oder in ein Album haben. Nebenbei wurden reichlich Fotos geschossen.

Aber die zweifache Hockeyspielerin des Jahres war nicht nur wegen Goldmedaille, Fotos und Autogrammen da; schließlich wollte sie den Schülern ihren Sport auch näher bringen. Deshalb gab sie eine kleine Einführung in die Grundtechniken des Hockeys mit Vor- und Rückhand sowie Führen und Stoppen des Balls.

In einem Hockeyturnier zeigten die Schüler der Nationalspielerin, was sie alles gelernt hatten und waren mit vollem Einsatz dabei, wobei jedes Tor extra laut bejubelt wurde.

Dann hatte die Hockeydame ein besonderes Geschenk parat: Jeder bekam ein Fanny-Rinne-Athen-Gold-T-Shirt, worauf sich die Spitzensportlerin wiederum häufig verewigen musste.

Schließlich wurden Gruppenfotos geschossen, schon war der 90-minütige Besuch zu Ende und die Schüler wunderten sich, wie schnell die Zeit vergangen war. Mit Blumenstrauß und Pralinen bedankte sich die Klasse für den Besuch.

Goldmedaille wandert von Hand zu Hand

14. April 2005 ©Mannheimer Morgen/Michael Wilkening

Hockey-Stunde mit Olympiasiegerin Fanny Rinne/Schillerschüler üben Schlägerhaltung

Das wohl größte Kompliment bekam Fanny Rinne ganz zum Schluss. Gerade eben hatte die Hockey-Olympiasiegerin vom TSV Mannheim den Filzstift zur Seite gelegt, mit dem sie unzählig viele Autogramme geben musste, als ein kleines Mädchen vor ihr stand. "Danke, dass du hier warst Fanny, das hat ganz viel Spaß gemacht", säuselte die Schülerin der Schillerschule in Mannheim-Neckarau, ehe sie in Richtung Umkleidekabine hüpfte. Gemeinsam mit 22 Mitschülern hatte sie zuvor an einer Hockey-Stunde mit Fanny Rinne teilgenommen. Über eine Stunde zeigte die 24-jährige Goldmedaillengewinnerin von Athen den begeisterten "Kids" ihre Künste, feilte gemeinsam mit den Sieben- bis Achtjährigen an der Grundtechnik der komplexen Sportart und stand außerdem für die vielen Fragen des sichtlich interessierten Nachwuchses zur Verfügung.

Den größten Coup landete Rinne natürlich, als sie ihre Goldmedaille präsentierte. Die ist nämlich äußerst selten und als sie von Kinderhand zu Kinderhand wanderte, wurde das Strahlen der Augen noch ein bisschen intensiver. Und natürlich drehten sich viele Fragen um das olympische Turnier in Athen, das Rinne mit der deutschen Nationalmannschaft überraschend gewann. "Ist die Medaille aus echtem Gold?", wollte ein Pennäler wissen, musste sich von der 24-Jährigen allerdings belehren lassen, dass es sich um eine Metalllegierung handelt.

Damit konnten die meisten Schüler zwar relativ wenig anfangen, doch als es darum ging, mit welchen Gefühlen sie die Medaille in den letzten August-Tagen 2004 in Empfang nahm, hatte Rinne den passenden Vergleich parat. "Das war schöner als Weihnachten und Geburtstag zusammen", erklärte sie den staunenden Zuhörern.

Die Idee für die Hockey-Stunde mit der Mannheimer Olympiasiegerin hatte Barbara Weiher. Bereits im vergangenen Schuljahr wurde unter der Leitung der aktiven Mutter eine Hockey-AG angeboten, die auf großes Interesse bei den Schülern stieß. Als ehemalige Bundesliga-Spielerin und Teamkollegin von Fanny Rinne organisierte die Sportkollegin daraufhin das Treffen der Zweitklässler mit der 24-Jährigen. "Die Kinder haben dem heutigen Tag richtig gehend entgegen gefiebert", berichtete Barbara Weiher und deutete zum Beweis auf die 23 strahlenden Augenpaare, die wie gebannt an den Lippen des Hockey-Idols hingen.

Mindestens ebenso begeistert zeigte sich Ursula Steffan. Die Klassenlehrerin der 2a, die sich selbst als "sportbegeistert" beschreibt, verfolgte das Geschehen in der Sporthalle der Schillerschule sehr genau und hatte im Vorfeld mit den Schülern den Besuch vorbereitet. "Alle waren sehr interessiert und haben ohne mein Zutun die Fragen entwickelt", unterstrich sie das Engagement ihrer Klasse.

Und die Erwartungen der 23 Mädchen und Jungen wurden nicht enttäuscht, wie Manuel Neuberger stellvertretend klar stellte. "Die Fanny ist voll nett und es macht echt Spaß", erklärte der Achtjährige, ehe er sich einen Hockey-Schläger schnappte und voller Enthusiasmus hinter der Kugel herstürmte. Danach war er wie seine Kameraden zwar ziemlich kaputt, doch es reichte noch, um neben den Autogrammkarten weitere Unterschriften von Fanny Rinne zu sammeln. Der Fantasie waren dabei keine Grenzen gesetzt. Vom T-Shirt, dem Hockey-Schläger über die Arme bis zu den Händen - als Unterlage musste alles herhalten.

© Mannheimer Morgen - 14.04.2005

Vorfreude auf die "Gold-Mädchen"


07.03.2005 © Wormser Zeitung

EWR-Hockey-Days mit acht Bundesligateams

wz. Ein Hauch von Olympia weht schon bald über die Jahnwiese der TG Worms bei den dritten EWR-Hockey-Days. Vom 1. bis 3. April werden wieder acht Mannschaften der Damen-Bundesliga in der Nibelungenstadt um ein Preisgeld von 5200 Euro kämpfen. Die Hockey-Fans feiern dabei ein Wiedersehen mit einigen Goldmedaillen-Gewinnerinnen von Athen.

Der große Erfolg der Veranstaltung in den letzten beiden Jahren veranlasste den Ausrichter, die teilnehmenden Mannschaften um zwei Teams und das Programm um einen Tag aufzustocken. Bereits am Freitag, 1. April, 18.15 Uhr, beginnt das erste Spiel. Die Gruppenspiele werden am Samstag, 2.4., fortgesetzt. Das Turnier endet am Sonntag, 3.4., mit dem Spiel um Platz 1.

Das Turnier ist hochkarätig besetzt, da viele Spielerinnen, die bei der Olympiade im vergangenen Jahr in Athen sensationell im Team der deutschen Nationalmannschaft die Goldmedaille gewonnen hatten, dabei sein werden: Fanny Rinne, Denise Klecker, Natascha Keller oder Julia Zwehl werden mit ihren Klubs kommen, ebenso Anke Kühn, die mit ihrem Strafeckenschlenzer im Endspiel von Athen zum 1:0 gegen Holland den Weg zur Goldmedaille ebnete. Neben den "Gold-Mädchen" werden sich auch die Spielerinnen des neu formierten Nationalteams in Worms auf der Jahnwiese präsentieren. Diese junge Mannschaft belegte auf Anhieb bei der Champions-Trophy den zweiten Platz.

Kurz vor dem Start in die Bundesliga-Feldsaison testen die Klubs in Worms erneut ihre Form. Mit von der Partie sind dann der aktuelle Deutsche Hallenhockeymeister RK Rüsselsheim sowie die Ligakonkurrenten Rot-Weiß Köln, Gewinner des Turniers 2003, der Berliner Hockey-Club, der Club an der Alster Hamburg, BTSV Eintracht Braunschweig, Münchener Sport-Club, RTHC Bayer Leverkusen und der TSV 1846 Mannheim.

Möglich wird dieses Hockey-Highlight durch das Sponsering der EWR AG und das Engagement von Gastgeber TG Worms Hockey e.V. Die Veranstalter würden sich über viele Zuschauer auf der schmucken Kunstrasenanlage an der Jahnwiese freuen.

Gold-Fanny greift nach Hallentitel und wartet auf den Heiratsantrag

25.02.2005 © Mannheimer Morgen, Ute Krebs

Nationalspielerin aus Mannheim vor der nächsten Herausforderung / TSV 1846 fährt zur Meisterschaftsendrunde

Das Jahr 2004 hätte nicht besser für sie laufen können. Für wenige Augenblicke versinkt Fanny Rinne in Gedanken: Das alles überstrahlende Olympische Gold für ein deutsches Frauen-Hockeyteam, der Nichtabstieg mit ihrer Vereinsmannschaft auf dem Feld sowie die Vizemeisterschaft in der Halle . . . Aber sie lehnt sich nur kurz zurück. Die nächste Herausforderung wartet schon. Vor wenigen Tagen wurde die Nationalspielerin zur Sportlerin des Jahres in Mannheim gekürt, zum dritten Mal in Folge. Einen Tag später gewann die 24-Jährige mit ihrem TSV 1846 das Viertelfinale um die deutsche Hallenmeisterschaft bei Rot-Weiß Köln deutlich mit 8:2 und qualifizierte sich damit für die Meisterschaftsendrunde am 5./6. März in Duisburg.

"Das Wie war schon überraschend", hat Fanny nach einer eher durchwachsenen Saisonleistung nicht mit dieser Souveränität ihrer Truppe gerechnet. Aber neben einer grandiosen Teamleistung, mit der sich der TSV auf den Punkt fit präsentierte, gewann vor allem Torfrau Claudia Mößner das Duell mit ihrem Kölner Pendant Yvonne Frank um Längen. "Vielleicht wollten wir auch die zurückliegenden Auftritte vergessen machen", erinnert sich die Olympiasiegerin an die beiden Niederlagen in der Liga gegen Rüsselsheim. "Zweiter wird man normalerweise immer", berichtet Rinne von der Zwei-Klassengesellschaft in der Südgruppe - zum einen RRK und TSV, zum anderen der Rest. Zunächst treffen die Frauen vom Fernmeldeturm samstags im Halbfinale auf den Club an der Alster aus Hamburg. "Kein Angstgegner für uns", charakterisiert Fanny Rinne und schätzt die Vorzeichen, nach 2002 in Oelde und 2004 in Hamburg erneut ins Endspiel einzuziehen, als ganz gut ein. Im Finale könnte der Berliner HC oder Titelhamster Rüsselsheimer RK warten.

"Die Zeit ist reif", schmunzelt die Goalgetterin des TSV 1846 und macht ihre Ansprüche geltend. "Ich glaube, wir haben gute Chancen auf den Titel." Die Hallenspezialistin Rinne ist die einzige Nationalspielerin in den Reihen der Mannheimer, die Konkurrenten in der Endrunde - Berliner HC (drei Olympiasiegerinnen), Club an der Alster (zwei Nationalspielerinnen) und Rüsselsheim (drei Olympiasiegerinnen) - haben mehr aufzuweisen. "Das hat aber nicht viel zu sagen", unterstreicht Fanny Rinne. "Unsere eingespielte Mannschaft harmoniert einfach sehr gut."

Bei der 24-Jährigen haben schon häufig andere Klubs angeklopft. Längst hätte sie durch einen Vereinswechsel ihre sportliche Erfolgsliste um einige Titel verlängern können. Doch das wollte sie nicht. "Für mich ist es etwas ganz Besonderes, mit meinem Verein deutscher Meister zu werden. Mit Mädels, mit denen ich teilweise schon seit der Jugend zusammengespielt habe", erklärt das blonde Aushängeschild des TSV 1846.

Es ist inzwischen ein halbes Jahr her, seit die Spielmacherin und Strafeckenschützin mit der deutschen Hockey-Nationalmannschaft den Olymp bestieg. Sie hat die Zeit genossen, als die Krummstab-Spezialistinnen tagelang die Schlagzeilen bestimmten und Fanny öfter als heute auf der Straße oder in einem Cafe erkannt worden ist und ihr wildfremde Menschen zu dem historischen Erfolg gratulierten. Größere Sponsorenverträge sind trotz des Olympiasieges nicht hängen geblieben, auch bei ihren Kolleginnen nicht. Rinne liebt ihren Sport trotzdem, könnte sich ein Leben ohne Schläger nicht vorstellen. "Die Euphorie nach Athen war klasse, aber dass die Sportart dadurch einen riesigen Schub bekommt, glaube ich nicht." Sie ist schon froh, dass Neugierige inzwischen wissen, was Hockey ist. Früher wurde Fanny häufiger gefragt, wie sie denn mit dem Puck auf der Eisfläche zurechtkommen würde . . .

Im Frühjahr 2007 will Rinne ihr Studium (Sport und Erziehungswissenschaft) abschließen, bis Peking 2008 hat sie auf jeden Fall vor, für Deutschland zu spielen. Danach muss man sehen. Vielleicht verlegt sie sich aufs Klettern, läuft einen Marathon, zeichnet oder fotografiert mehr - Hobbys, die sie bislang aus Zeitmangel nicht ausleben konnte.

Manchmal fehlen auch ein paar Stunden im Privatleben. Eigentlich hatten Fanny und ihr Freund, Hockey-Bundestrainer Markus Weise, beschlossen, nach Athen ihre Beziehung zum Thema zu machen. Das ist allerdings noch nicht passiert. "Ich bin nicht schwanger und einen Heiratsantrag hat er mir auch nicht gemacht", lacht die 24-Jährige. Vielleicht ist auch dafür bald die Zeit reif.

Überraschung gelungen - „Sportler des Jahres“ perplex

21.02.2005 © Mannheimer Morgen, Sibylle Dornseiff

Große Freude bei Figl, Fischer, Leonhardt, Rinne, Bruckmann und Weise über die Auszeichnungen

Es war ein Abend des Unerwarteten und der Überraschungen - weniger die Sportlerehrung im Stadthaus selbst, als vielmehr die vom Mannheimer Sportkreis initiierte Wahl "Sportler des Jahres". Den Reigen der Erstaunten eröffnete Hockey-Olympiasiegerin Fanny Rinne vom TSV 1846: "Nie hätte ich in diesem Jahr damit gerechnet, Sportlerin des Jahres zu werden. Es war zwar der Höhepunkt meiner bisherigen Karriere, aber ich hätte eigentlich die Kanutinnen Birgit Fischer und Carolin Leonhard vorne gesehen - die haben schließlich Gold und Silber gewonnen", freute sie sich riesig "über den Hattrick". Umso mehr weil ihre dritte Ehrung in Folge so unerwartet kam ("Überraschungen sind immer am schönsten") und das Team Fischer/Leonhard (WSV Sandhofen) dann bei der Kür zur Mannschaft des Jahres auf Rang eins gesetzt wurde. Eine Entscheidung des Wahlgremiums, die Rinne als "gut", Fischer als "clever" befand.

"Fanny hat sich beinahe für ihren Sieg entschuldigt. Dabei hat sie die Auszeichnung verdient. Sie ist eine herausragende Persönlichkeit im Hockey und auch sonst eine ganz Liebe", gönnte Fischer (2.) ihr Rang eins von Herzen. Nach einem zweiwöchigen, trainingsmäßig nicht ganz geglückten Trip durch Kalifornien mit einem Faltboot in Kofferraum - "im Grand Canyon gab es zu viel Eis, Schnee und Nebel zum Paddeln, im Tal des Todes zu wenig Wasser und in Las Vegas habe ich nur an den 'Einarmigen' trainiert" - war Fischer direkt aus den USA nach Mannheim gekommen. Nach der offiziellen Verabschiedung von ihrem langjährigen Sponsor MVV Energie AG genoss sie die abendliche Ehrung ebenso wie Carolin Leonhard. Die reagierte "vollkommen platt" auf die Mannschaftstrophäe. "Ich hätte nie erwartet, dass ich nach Platz drei bei den Damen nochmals auf die Bühne gerufen werde. Und so eine Auszeichnung ist schon etwas Einmaliges - na ja, vielleicht auch nicht, wenn Birgit weiter macht", grinste die 20-Jährige, die im April mit dem Abitur und der ersten WM-Qualifikation vor zwei Herausforderungen steht und nichts gegen eine Fortsetzung der Fischer-Karriere hat.

Zu den Überraschten gehörte auch Männer-Sieger Robert Figl. "Ich hätte eher die Ironmen vorne gesehen, aber ich lehne die Ehrung natürlich nicht ab", gab er mit verschmitztem Lächeln zu. "Logisch, dass ich mich freue", nahm er gerne die vielen Glückwünsche entgegen. Seit 1988 startete der Rollstuhl-Leichtathlet der MTG bei allen Paralympics, gewann 13 Medaillen, darunter sechs Mal Gold. Dass es letzten Herbst in Athen nach einem Sturz im Halbfinale mit einem Spitzenplatz nicht klappte, hat der Arzt unter "Unglaubliches und Anekdotisches" abgelegt. "Der Sieg beim Demo-Wettbewerb während der Olympischen Spiele hatte für mich die größere Bedeutung, allein schon wegen der Siegerehrung vor 70 000 Besuchern."

Noch gar nicht so richtig einschätzen konnte Carmen Bruckmann ihre Kür zur Trainerin des Jahres. "Ich sehe diese neue Auszeichnung aber vor allem als eine Ehrung für mein gesamtes Team", möchte die Bundestrainerin der Sehbehinderten-Judoka vom 1. MJC die Lorbeeren nicht allein einheimsen. "Ich finde es toll, dass eine Randsportart und dazu noch Behinderte berücksichtigt wurden. Aber fast noch schöner ist, dass Robert Figl gewonnen hat." Den zweiten Sonder-Award erhielt der wegen Krankheit nicht anwesende Markus Weise, der National-Coach der Hockeydamen und ehemalige Trainer beim TSV 1846. "Markus rechnet mit so etwas überhaupt nicht", freute sich seine Lebensgefährtin Fanny Rinne darauf, mit ihm den Reigen der Überraschten abzuschließen.

Ein Meeting mit Olympiasiegern

03.02.2005 © Wormser Zeitung, Frank Beier

EWR lud wieder zu Sportlerempfang

Sportsponsoring bildet einen Schwerpunkt in der Marketing-Strategie des EWR. Deshalb lädt der regionale Energieversorger einmal jährlich alle von ihm geförderten Einzelsportler und Vereine zu einem Meeting ein.

Die historische Turbinenhalle des Unternehmens war am Dienstagabend zum dritten Mal Treffpunkt für bekannte Sportgrößen aus der Region. Dazu konnte EWR-Vorstand Helmut Antz unter anderem zwei Olympiasiegerinnen, eine Silbermedaillengewinnerin und eine Europameisterin willkommen heißen.

Fast alles drehte sich an diesem Abend um das Thema Olympia. Einen olympischen Rück-, Durch- und Ausblick kündigte Moderator Jens Böhlmann eingangs an. Für viel mehr als einen Blick zurück auf Athen 2004 sorgte Peter Münch mit seinem ganz speziellen Olympia-Tagebuch. In ständig wechselnden Shirts und Kopfbedeckungen führte der Mannheimer Werbefachmann seine Zuhörer durch intensiv erlebte 18 Olympia-Tage rund um die Akropolis. Dass der bekennende Hockey-Fan die Spiele der deutschen Damen-Nationalmannschaft mit Fanny Rinne und deren sensationellen Olympia-Sieg in den Mittelpunkt stellte, lag nahe.

Münch ließ seine Athen-Erlebnistage etappenweise Revue passieren. Eingestreut wurden mehrere Kurzinterviews, die Moderator Böhlmann mit verschiedenen Olympiateilnehmern führte. Den Anfang machte Skeleton-Europameisterin Kerstin Jürgens aus Essenheim, jüngstes "Kind" im EWR-Team. Ihrem Hauptziel, den Winterspielen 2006 in Turin, sieht sie optimistisch entgegen, zumal sie im dortigen Eiskanal kürzlich gewonnen hat: "Die Bahn scheint mir zu liegen." Noch zwei Jahre weiter voraus, auf die Sommerspiele 2008 in Peking, blickt die Schwimmerin Petra Dallmann. Derzeit konzentriert sich die Medizin-Studentin allerdings auf ihr zweites Staatsexamen und bekennt: "Momentan trainiere ich viel lieber als ständig zu büffeln." Noch nicht an die nächsten Olympischen Spiele mag Degenfechter Daniel Strigel denken: "Das liegt noch zu weit weg." Sein ehrgeiziges Nahziel: Bei der WM in diesem Jahr in Leipzig mehr erreichen als das Mannschafts-Bronze von Athen. Das höchste, die Goldmedaille, hat Anna Dogonadze, bereits gewonnen. Dennoch denkt die 30-jährige Trampolinspringerin aus Bad Kreuznach nicht ans Aufhören, will in Peking noch mal dabei sein: "Ich habe alles erreicht und stehe nicht mehr so unter Druck. Umso mehr macht mir das Springen Spaß."

Für Dogonadze ist mittlerweile ebenso der Alltag wieder eingekehrt wie für Hockey-Olympiasiegerin Fanny Rinne: "Nach hektischen Wochen läuft alles wieder normal, und das ist gut so." Zufriedenheit strahlt die behinderte Hannelore Brenner, die Dressur-Silber bei den Paralympics gewann, aus: "Erfolge im Sport helfen, das Leben zu verbessern." Auf bessere sportliche Zeiten hofft Sprinterin Marion Wagner, der zum Schluss ein besonderes Highlight gesetzt wurde: Zum ihrem Geburtstag erhielt sie eine Riesentorte mit 27 brennenden Kerzen.

 

Beim EWR-Empfang dabei (stehend von links): Steffen Grummt, Jürgen von Massow, Petra Dallmann, Daniel Strigel, Anna Dogonadze, Marion Wagner, Kerstin Jürgens, Fanny Rinne, EWR-Vorstand Helmut Antz; vorne Peter Münch, Hannelore Brenner.

Optimale Schnelligkeit das Ziel

20. November 2004 © Mannheimer Morgen

Günter Kern präsentiert Speed-Training-System

Schnelligkeit, Sprungkraft und Wendigkeit sind in vielen Bereichen des Jugend-, Amateur- und Profisports der Schlüssel zum Erfolg. Auf das Erreichen dieser Ziele hat sich das junge Unternehmen "Speed-Training-System Günter Kern Mannheim" (STS) spezialisiert. Jetzt eröffnete eines der modernsten Schnelligkeitszentren Europas seine 800 Quadratmeter große Anlage in der Cochemer Straße in Mannheim-Käfertal, präsentierte die neuen Trainingsmethodiken

Von 1980 bis 1984 war Diplom-Sportlehrer Günter Kern Konditionstrainer der deutschen Ski-Damen. Seit dieser Zeit beschäftigt er sich mit der Optimierung von Schnelligkeit. "Ende der 90er Jahre war ich in Calgary, habe dort einen Amerikaner kennen gelernt, der sich ebenfalls mit der Errichtung eines Schnelligkeitszentrums befasste. Wir arbeiteten fortan zusammen", erklärt Kern. Über 25 Jahre hat er STS entwickelt, im April 2002 das erste Zentrum im Münchner Olympiapark eröffnet. Mannheim ist zweiter Standort. Weitere im Ruhrgebiet, Hamburg und Berlin sollen ab 2005 folgen.

STS - dahinter verbirgt sich "das individuelle Erarbeiten optimaler Schnelligkeit", erklärt Kern bei der offiziellen Eröffnung. Unter den Gästen waren Hockey-Olympiasiegerin Fanny Rinne, DHB-Trainer Markus Weise und Adler-Manager Marcus Kuhl. Antritt, Dynamik, Sprungkraft, Explosivität, Schnellkraft, Sprint oder Wendigkeit: Diese Formen der Schnelligkeit sollen über eine "Verbesserung der Impulsgebung des Nervensystem an die Muskulatur gesteigert werden", Kern weiter. 50 000 Tests mit 2000 Sportlern in 10 000 Trainingeinheiten haben das Ergebnis geliefert, dass sich nach nur vier bis acht Einheiten "Sportler um eine Zehntelsekunde auf zehn Metern verbessern", berichtet er, weiß aber: "Das muss über regelmäßiges Training gehalten werden".

Zweiter zentraler Punkt ist die Verkürzung der Bodenkontaktzeiten im Lauf. "Hier haben wir Optimierungen um über 20 Prozent gemessen". Erreicht an Geräten, die nur in Ausnahmefällen mit Gewichten arbeiten, stattdessen dynamischem Widerstand leisten. "Wir legen Wert darauf, dass nicht nur einzelne Muskelgruppen, sondern der ganze Körper gefordert wird," Zielgruppen sind Leistungssportler, ambitionierte Amateure und Jugendliche: "Zwischen zehn und 16 Jahren lassen sich die besten Fortschritte erzielen", spricht der Berchtesgadener aus Erfahrung. robo

Olympisches Gold

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Sensations-Gold! Olympia-Märchen wird wahr

Die deutschen Hockey-Frauen haben sensationell olympisches Gold geholt. Das Team von Bundestrainer Markus Weise setzte sich im Endspiel gegen die favorisierte Auswahl aus den Niederlanden mit 2:1 durch.

Die deutschen Hockey-Frauen haben ihr Olympia-Märchen wahr gemacht und zum ersten Mal die Goldmedaille gewonnen. In einem spannenden Finale in Athen bezwang die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise sensationell Europameister Niederlande 2:1 (2:0) und schaffte damit aus deutscher Sicht eine der größten Überraschungen bei diesen Spielen.

Außenseiter-Rolle genossen

Noch beim Einlauf vor der Partie lachten die Spielerinnen und scherzten miteinander. Offensichtlich genossen sie die Situation als Außenseiter, und Silber war ihnen schließlich nicht mehr zu nehmen. "Es ist unglaublich, dass ich in meinem letzten internationalen Spiel so etwas noch erleben durfte", sagte die Rüsselsheimerin Denise Klecker.

Das nötige Glück war außerdem mit den EM-Dritten. So traf die Braunschweigerin Kühn bereits mit der ersten Strafecke flach rechts unhaltbar für Torfrau Clarinda Sinnige. Die Holländerinnen mussten nun ihren Druck und das Pressing noch verstärken und setzten sich teilweise minutenlang in der deutschen Hälfte fest.

Torfrau Louisa Walter aus Berlin hatte erneut einen Glanztag erwischt und klärte bei Schüssen von Masha van der Vaart (6.) und Mijnke Donners (20.). Ein abgefälschter Schuss von Donners senkte sich auf die Oberkante der Latte.

DHB-Damen verteidigen mit viel Herzblut

Die Deutschen verteidigten den Vorsprung mit viel Herzblut und erwiesen sich als Meister der Effektivität. Beim zweiten Konter mit dem zweiten Torschuss erhöhte Gude nach hervorragender Vorarbeit von Silke Müller aus Rüsselsheim freistehend zum 2:0. In der 28. Minute hatten die Holländerinnen aber Glück, als Nadine Ernsting-Krienke im Schusskreis auftauchte und von Torfrau Sinnige zu Fall gebracht wurde. Der mögliche Siebenmeterpfiff blieb aber aus.

Nach der Pause erhöhten die Favoritinnen den Druck und kamen bei der vierten Strafecke zum frühen Anschlusstreffer. Entlastung gab es kaum noch, Angriff um Angriff rollte auf das deutsche Tor. Doch das Abwehr-Bollwerk hielt dem Druck stand, und der Jubel nach dem Schlusspfiff war schier grenzenlos.

 

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